Schutzlandschaften

Schutzlandschaften
Was bedeutet Biodiversität im Zusammenhang mit extensiver, biologischer Landwirtschaft in Schutz- bzw. Kulturlandschaften unserer Regionen?
Kurz umschrieben steht Biodiversität für hochkomplexe biologische Zusammenhänge zwischen verschiedenen Biotopen, innerhalb der Lebensräume dieser Biotope und der darin auftretenden Arten-und Sortenvielfalt wildlebender Tiere und Pflanzen.
Heute werden über 50 % der Gesamtbodenoberfläche in Deutschland landwirtschaftlich genutzt.
Daher kommt neben dem Naturschutz, der Gesellschaft und den politischen Rahmenbedingungen, der Landwirtschaft eine besondere Rolle zu. Sie kann einerseits durch die Schaffung vielgestaltiger Biotope die Vielfalt fördern, andererseits können mit ihren Maßnahmen auch negative Auswirkungen auf die Vielfalt wildlebender Arten und ihrer Lebensräume verbunden sein.
So führten Flurbereinigungen und die drastische Erhöhung der Produktionsintensität in den 70/80 er Jahren des letzen Jahrhunderts zu teils besorgniserregendem Verlust der Artenvielfalt in den Regionen.
Die mittlerweile, über die gesamte Vegetationsperiode, flächendeckende Ausbringung von syntetischen Pestiziden und die Ausweitungen von z. T. staatlich subventionierten Monokulturen tragen zusätzlich zur Verminderung von Biodiversität bei.
Von knapp 300 Pflanzenarten, die z. B. regelmäßig oder ausschließlich in Feldern und Äckern vorkommen, sind deutschlandweit in einzelnen Naturräumen zwischen 20 % und 35 % stark gefährdet, einige sind bereits ausgestorben.
Nach Angaben des Bundesamtes für Naturschutz (2002) sind bundesweit etwa 450 Pflanzensippen durch zu intensive Nutzung oder durch Aufgabe der landwirtschaftlichen Nutzung in ihrem Vorkommen bedroht.
So finden z. B. alle die Millionen Insekten, die früher durch die Gärten und Getreidefelder schwirrten, wenn sie nicht vorher durch Insektizide oder Pestizide getötet wurden, in Monokulturen keine Nahrungsgrundlage mehr.
Die Monokulturen, egal ob sie biologisch oder konventionell bearbeitet werden, setzen alle Voraussetzungen für eine stabile Funktionweise eines Biotops und Ökosystems außer Kraft. Die An-bzw. Abwesenheit von sogenannten Schirmarten, wie Bienen, Hummeln, Schmetterlingen, Libellen, Käfern, Heuschrecken, Fledermäusen und Vögeln, ist Indikator für die Nahrungskette und das biologische Netz der Existenzbedingungen.
Mit der Anpflanzung von vielfältigen Nutz-Mischkulturen innerhalb eines begrenzten Raumes und der richtigen Pflege von Wiesen und landwirtschaftlich genutzten Flächen (auch Brachflächen) kann die Arten-und Sortenvielfalt erhalten und vermehrt werden. So wird nicht nur positiver natürlicher Einfluss auf komplexe Boden-Aktivierung, Schädlingsbekämpfung, intakte Natur und Biodiversität genommen, sondern auch ein wesentlicher Teil zur identitätsstiftenden Gesamtgestaltung unserer Kulturlandschaften und Regionen als Lebens-und Erholungsraum beigetragen.
Viele zeitgemäß, nachhaltig und verantwortungsbewusst handelnde Anbauer und Betriebe setzen dies bereits um und leisten oft darüber hinaus noch viel mehr Beiträge zum Erhalt ihres Schutzgebietes. In diesem Kontext können sich diese Anbieter in C-R den entsprechenden Schutzlandschaften in ihrem Portal zuordnen.
